"Pieps!" – Implantat-Alarm bei Flughafenkontrolle?

Viele Patienten, bei denen ein oder mehrere Zahnimplantate im Kiefer eingepflanzt wurden, sind bei einer Flughafenkontrolle verunsichert:

Können die Implantate den Adrenalinspiegel hochtreibenden typischen PIEPS-Ton beim Durchqueren des Kontroll-Scanners auslösen?
Erst kürzlich wurde eine Flugzeug-Passagierin in den USA bei einer Sicherheitskontrolle wegen ihrer Piercings einer hochnotpeinlichen Leibesvisitation unterzogen mit daraus resultierender Entfernung des Körperschmucks.

Antwort: "NEIN":

Zahnimplantate bestehen aus dem reinen Leichtmetallelement Titan.
Titan besitzt einzigartige Eigenschaften:
1) biologische Neutralität
2) keine Allergiereaktion
3) keine Fremdkörperreaktion
und bezüglich der bei der Flughafen-Sicherheitskontrolle verwendeten Detektoren:
4) sind NICHT elektromagnetisch !

Die bei den Sicherheitskontrollen installierten Detektoren sind Metalldetektoren, die ein magnetisches Feld erzeugen, um auf niedriger Frequenz Metallgegenstände bei Reisenden zu identifizieren.
Die Empfindlichkeit dieser Detektoren ist unterschiedlich kalibriert.

Wenn es also bei Ihnen beim Durchschreiten des Scanners piepst, liegt es meistens an vergessenen Metallgegenständen in Jacken oder Hosen.

Richtig ist allerdings, dass Patienten mit Endoprothesen sehr wohl den Pieps-Alarm auslösen können.
Im Gegensatz zum reinen Titan-Zahnimplantat bestehen Endoprothesen (Hüfte, Knie, Sprunggelenk, Schultergelenk) aus einer Materialkombination von Titan-Stahllegierungen, Keramik und Kunststoffen. Hier kann es hilfreich sein, einen Endoprothesen-Pass dabei zu haben (insbesondere bei Auslandsreisen).
Patienten mit Zahnimplantaten brauchen ihren Implantat-Pass nicht mitzuführen.

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis für Patienten mit einem Herzschrittmacher:
Herzschrittmacher werden von den Detektoren bei einer Sicherheitskontrolle identifiziert. Die Funktionstüchtigkeit der Herzschrittmacher wird aber beim zügigen Passieren der Metall-Detektoren nicht beeinflusst. Herzschrittmacherträger sollten aber dem Sicherheitspersonal vorab ihren Herzschrittmacher-Ausweis vorweisen.