"Verdünntes Blut" – MARCUMAR-Therapie bei Zahn-Kiefer-Op

Nicht ganz richtig, nicht ganz falsch: Aber leider ist die sogenannte "Antikoagulantien-Therapie" (Gerinnungshemmer) ein wenig komplizierter.
Bei einer Reihe von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems werden ärztlicherseits gerinnungshemmende Medikamente rezeptiert zur Vermeidung von Embolien und Thrombosen.
Dazu zählen Gefässerkrankungen, Herzklappenerkrankungen, Herzinfarkt, Vorhofflimmern, Hirnschlag usw.

Ist für MARCUMAR-Patienten eine Zahn-Kiefer-Op geplant ist folgendes zu beachten:

1) Der Quick-wert ("normaler" Gerinnungswert in Prozenten) und der
2) Der INR-wert (Empfindlichkeit von Laborreagenzien im Vergleich zum Standard-reagenz als Normierung des Quickwertes) müssen tagesaktuell sein, also am Op-Tag bestimmt werden.
3) Es muss ein Antikoagulantien-Pass vorliegen mit dokumentierten Blutgerinnungswerten
4) Vor ambulanten Eingriffen sollte der Facharzt/Hausarzt hinzugezogen werden
5) Keine eigenmächtigen Veränderungen der rezeptierten Medikamenteneinnahmen durch den Patienten
6) Die INR-Werte sollten zwischen 2.0 bis 3.0 liegen (therapeutische Breite)

Vor einer MKG-chirurgischen Zahn-Op wird ein Kieferabdruck genommen und eine
Bluterschiene aus Kunststoff hergestellt. Die Zahnentfernung erfolgt minimalinvasiv
(ohne Knochenbohrung), mit Blutstillungsmembranen und dichtem Wundverschluss sowie der genannten Kieferschiene als Schutz in der Heilungsphase.
Ausserdem erfolgt präoperativ eine Antibiotikagabe als Einzeldosis (single shot)
1 Stunde vor einer Op als sogenannte Endocarditisprophylaxe.