"Zahnziehen" bei Vollmond? – Aberglaube oder Realität?

Zusammenhänge zwischen Ereignissen auf der Erde und dem Mond haben schon seit Urzeiten die Menschen beschäftigt. Zu früheren Zeiten durfte z.B. die Nutzholzgewinnung nur bei Vollmond erfolgen. Heutzutage lassen einige Menschen ihren Haarschnitt nur bei Vollmond frisieren.

Fragen zu medizinische Sachverhalten im Spannungsverhältnis Mond zu Erde bewegen nicht nur esoterisch Interessierte:

Gibt es einen Zusammenhang zwischen geplanten operativen Eingriffen und dem Mondzyklus?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und dem Mondzyklus?
Gibt es überhaupt wissenschaftliche Belege zur Einflussname des Mondes auf die Erde?

Wissenschaftlich unstrittig ist, dass sich die Gravitation (Massenanziehung) von Mond und Erde addieren und unsere Gezeiten, wie Ebbe und Flut, beeinflussen.

Menschliche Abläufe den Mondphasen zuzuordnen verdient nur das Prädikat Unsinn.
Richtig ist, dass sich menschliche Lebensrhythmen innerhalb einer gewissen Ordnung vollziehen ebenso wie die belebte und unbelebte Natur. Nicht nur wir Menschen leben nach einem individuellen Biorhythmus wie Tag und Nacht.
Medizinisch evidenzbasierte Erkenntnisse gibt es hinsichtlich des Blutkreislaufes,
des Blutdrucks, der Kerntemperatur des Körpers. Insbesondere die biophysischen
Zyklusphasen der Schmerzempfindlichkeit und die Hormonschwankungen von Adrenalin und Insulin sind bekannt. Männer wissen um die Cortisolstimulation am Beginn eines Tages.

Und nun lässt sich die Kernfrage: "Zahnziehen bei Vollmond?" verständlicher abhandeln:

1) Ambulante operative Eingriffe wie "Zahnentfernung oder Kiefer-Operationen" sollten vormittags bis zum frühen Nachmittag erfolgen (meist planbare Terminierung)

2) Der Biorhythmus bestimmt unsere Schmerzempfindlichkeit, die abends und nachts am höchsten ist: Ist nicht vom Mondzyklus-Vollmond abhängig!

3) Der menschliche Spannungsbogen der Aufnahmebereitschaft und Toleranzbreite bei Stresssituationen wie Operationen nimmt zum Abend hin ab

Der Mythos Vollmond-Einwirkung ist einzuordnen in eine archaische Legendenwelt.
Menschliche Erlebnisse im Zusammenhang oder in Koinzidenz(Gleichzeitigkeit) mit der Erscheinung des Vollmondes beruhen auf dem oft zitierten Psychologen-Spruch aus dem Angloamerikanischen:

Nämlich der "Self-fulfilling Prophecy" (der selbsterfüllenden Vorhersage).

Je unglaubwürdiger ein Faktum ist, desto eher wird es geglaubt!

Doch lassen wir jedem den Aberglauben an die schwarze Katze oder Schornsteinfeger!